Walter Liederschmitt

Walter Liederschmitt

* 24.04.1949
† 23.10.2013 in Trier
Erstellt von Trierischer Volksfreund
Angelegt am 28.10.2013
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Kondolenzen (3)

Sie können das Kondolenzbuch nutzen, um den Angehörigen Ihr Beileid zu bekunden, Ihrer eigenen Trauer Ausdruck zu verleihen oder um dem Verstorbenen einige letzte Worte des Abschieds mitzugeben.

Kondolenz

Ein Nachruf auf Walter

12.11.2013 um 21:46 Uhr von Michael A. Schmiedel

Wenn es erlaubt ist, möchte ich auf meinen Nachruf auf Walter verlinken:

http://www.migrapolis-deutschland.de/index.php?id=2506

Ich kannte ihn erst seit 2004. Aber er war mir ein sehr wichtiger Inspirateur für mein Heimatgefühl geworden. Oft haben wir uns nicht getroffen, so fünf mal etwa, aber das erste Treffen auf Burg Waldeck und auch den nächtlichen Spaziergang durch meine derzeitige Heimatstadt Siegburg gehören zu meinen wertvollsten Erinnerungen.

 

Michael A. Schmiedel, 12.11.2013

Kondolenz

Gute Reise, Wolthär!

31.10.2013 um 08:21 Uhr von Prüm Karl-Josef

 

Gute Reise, Wolthär!

 

Gedanken zum Tod von Walter Liederschmitt

 

 

 

Lange nicht mehr hat mich eine Nachricht in einen solch ohnmächtigen Taumel versetzt, wie die vom plötzlichen Tod Walter Liederschmitts.

 

Wolthär, wie wir ihn alle nannten, ist mir seit über zwanzig Jahren ein treuer Freund gewesen, auf den in allen Lebenslagen Verlass war. Egal, ob ich ihn zur musikalischen Begleitung eines Grillabends einlud, ihm mein neues Manuskript zu Korrektur aufs Auge drückte oder ihn zur Urlaubsreise auf die kanarischen Insel animierte, Wolthär ließ mich nie im Stich. Er war immer dabei.

 

Für mich als Autor waren seine zahlreichen Tipps und Verbesserungs-vorschläge für meine Texte eine Wohltat, um nicht zu sagen eine Wohltärtat.

 

Unvergessen sind mir diverse Erlebnisse auf den gemeinsamen Reisen auf unsere Lieblingsinsel La Palma ganz weit draußen im Südwesten Europas. Ich hatte Wolthär einst auf Anhieb für dieses vulkanische Kleinod begeistern können, bietet es doch neben hohen Bergen, Vulkanketten und weitläufigen Wäldern auch endloses Meer, nach dem er sich immer so sehnte.

 

Als wir die Insel schon in viele Richtungen eifrig plaudernd durchstreift hatten, durfte ich einmal Wolthärs Hartnäckigkeit im Umsetzen von Zielen erfahren. Nach einigem Widerstand hatte ich mich schließlich seinem Wunsch gebeugt, trotz denkbar schlechter Ausrüstung eine Nacht auf einem Vulkan zu verbringen - nur um morgens den Sonnenaufgang über dem Meer zu erleben. Es wurde eine lange, bitterkalte Nacht am Lagerfeuer, die Sterne leuchteten aufreizend frech vom glasklaren Himmel. Wir zitterten vor Kälte und hätten den Sonnenaufgang am Ende fast noch verschlafen. Als es Tag wurde, stellte Wolthär am Horizont fest, dass die Erde am Rande gekrümmt war - und schon war sein Lied vom Ball geboren, auf dem wir leben.

 

Mein Freund kannte keine Langeweile, er führte ein intensives Leben, er saß nie auf der Ersatzbank. Immer steckte er voller Ideen und Pläne, er verfolgte sie in aller Regel nachhaltig und arbeitete dabei akribisch. Er war einer der seltenen Menschen, die darauf bestanden, ihre Träume zu leben. Nicht alle wurden in die Tat umgesetzt. So wollten wir dem Jubliläums-brunnen hinter der Basilika, der Triers Stadtgeschichte an Hand von Symboltieren erzählt, einen gallischen Hahn für die französische Zeit unter Napoleon hinzufügen, oder dem lange in der Ostallee schmollenden steinernen Löwen vom alten Viehmarktbrunnen sein lädiertes rechte Ohr wieder anflicken – Aufgaben für die Nachwelt.

 

In seiner Weltoffenheit war Wolthär grenzenlos. Er liebte die Freiheit, aber vor allem anderen liebte er die Musik, die Sprache, auch den Wein, die Frauen, ja überhaupt die Menschen. Er pflegte eine unglaubliche Zahl von Kontakten in alle Welt. Er war sehr tolerant. Ich war nicht immer seiner Meinung, aber unsere Dispute haben nie ernsthafte Kratzer an unserer Freundschaft hinterlassen. Er war großzügig und nie nachtragend. Als wir einmal wegen mir den Flieger von der Insel verpassten, bezahlte er sein Ersatzticket aus eigener Tasche. Er lehnte mein Angebot strikt ab, seine Kosten zu übernehmen.

 

Statussymbole kannte Wolthär nicht. Er besaß ein zweckmäßiges Auto und bewegte sich ansonsten meist mit einem klapprigen Fahrrad durch die Stadt. Es gab eine Ausnahme: Vor einigen Jahren ließ er sich für eine ordentliche Summe eine Leier nach keltischem Muster bauen, wieder mal die Verwirklichung eines Traums.

 

Ja, und als ich ihm einmal bei bester Laune auf La Palma die Frage stellte, ob das nicht eine Insel für uns im Alter sein könnte, da überlegte er nur kurz und sagte: „Nein, Carlos, ich kann hier nicht dauerhaft wohnen. Trier ist meine Heimat, Trier ist meine Welt.“

 

So war Wolthär. Übrigens ganz in der Tradition eines anderen Trierer Originals aus dem 19. Jahrhundert, Fischers Maathes, den er bei mir häufig mit den Worten zitierte: „Un wenn die Welt unner giht, dat es nöt schlimm, dann gihn eich bei mein Tant no Olewich.“

 

 

 

Carl von Lieser 26.10.13

 

Kondolenz

Trauer

28.10.2013 um 17:34 Uhr von Norbert Bogerts

'Unfassbar' - war meine Reaktion, als ich heute Morgen die Todesanzeige sah. Auf dem Sommerfest der GEW warst du noch so lebendig und froh! Du erfreutest uns alle mit deinen Bankelsongs.

Mögest du nun zufrieden im deistischen Himmel zusammen mit deinem Namensgeber Voltaire ruhen!