Wendelin

Wendelin

† 05.02.2010
Erstellt von Trierischer Volksfreund
Angelegt am 05.02.2010
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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Wendelin , wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Von Trauer.de Redaktion, Hamm

08.02.2010 um 14:11 Uhr von VRS Media
Am vergangenen Freitag verstarb auf der Pflegestation im Kapuzinerkloster in Münster Bruder Wendelin im Alter von 70 Jahren an den Folgen eines Gehirntumors. Obwohl der beliebte Kapuziner das Kloster 1992 in Richtung Frankfurt verließ, ist er vielen Wernern wegen seines Wirkens in Erinnerung geblieben. Geboren wurde Bruder Wendelin in Garrel im Emsland. Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er das Schneiderhandwerk, und trat 1957 in das Noviziat der Kapuziner im Kloster in Stühlingen ein. Sein erstes Arbeitsfeld war im Kapuzinerkloster Münster als Schneider und Pförtner. Im Februar 1978 kam Bruder Wendelin nach Werne. Schon von Münster aus hatte er mit den Vorbereitungen für die Renovierung des Klosters und der Kirche begonnen. Im Mai 1978 begann dann die große Sanierung außen und innen. Neben den Handwerkern haben viele Werner Bürger mitgeholfen, Bruder Wendelin war stets mittendrin. Nach gut vier Monaten war die Sanierung vom Kloster soweit fertig, dass die Kapuziner wieder im Kloster leben konnten. Danach plante Bruder Wendelin die Renovierung der Kirche. Im Mai 1979 begann die Arbeit. Auch hier ging es dank seiner tatkräftigen Unterstützung zügig voran, sodass nach fünf Monaten wieder der Gottesdienst in der Kirche gehalten werden konnte. Dank der umsichtigen Planung von Bruder Wendelin war das Kapuzinerkloster auf neuestem Stand der Technik. An der Jahreswende 1981/1982 begann Wendelin seine zweite große Aktion, die Polenhilfe. Er suchte Männer, die bereit waren Transporte nach Polen zu fahren, und Spenden. Am 5. März 1982 fuhren die ersten Lkw Richtung Polen. Es war eine große Aktion, an der die Bevölkerung von Werne und der Umgebung beteiligt war. Die Bürger spendeten so viel, dass weitere Lastwagen die Güter nach Walcz bringen konnten. Im Dezember 1989 fuhren die Transporter zum letzten Mal nach Polen. Aus dieser Hilfe ist dann die Städtepartnerschaft mit Walcz entstanden. Ab Oktober 1992 lebte Bruder Wendelin in Frankfurt. Unter anderem gründete er den Franziskustreff, eine Begegnungsstätte, in der Obdachlose ein Frühstück erhalten und sich auch waschen können. Im letzten Jahr, in dem Bruder Wendelin noch in Frankfurt lebte, waren es über 150 Obdachlose und Bedürftige, die jeden Vormittag in den Franziskustreff kamen. Der Kapuziner verstand es nicht nur, für die Bedürftigen da zu sein, sondern auch viele Menschen mit der Bitte um Spenden anzusprechen, so dass die ganze Aktion finanziert werden konnte. Wendelin freute sich sehr auf das Jubiläum zur 350-Jahr-Feier im Werner Kloster. Und er war der Erste, der sich angemeldet hatte, dass er kommen wollte. Aber im September wurde der Tumor im Gehirn festgestellt, und er meldete sich telefonisch bei Pater Suitbert ab. Er musste ins Krankenhaus zur Operation. (J)